Entlassungen: Kaum Chancen für ältere Arbeitnehmende
Die vielen Massentlassungen in der Industrie sind für die Betroffenen ein sehr hartes Schicksal. In vielen Firmen trifft es langjährige Mitarbeitende, deren Zukunft in Anbetracht der Tatsache, dass sie deutlich über 50 Jahre alt sind, alles andere als verheissungsvoll ist. Diese harte Realität wurde kürzlich in einer Studie für die Schweiz eingehender untersucht.
Eine Fallstudie der Uni Basel über Massenentlassungen in sechs grossen Industriefirmen zeigt, dass ein grosser Teil der Entlassenen nur eine Stelle mit einem tiefen Lohn findet, wenn er überhaupt eine Stelle findet (Link). Gemäss der Studie erleiden 39 bis 50 Prozent der Entlassenen Lohneinbussen oder Dauerarbeitslosigkeit. Besonders davon betroffen sind ältere Arbeitnehmende. Wer über 55 Jahre alt ist, hat grosser Probleme wieder eine Stelle zu finden.
Bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in der Krise sind die älteren ArbeitnehmerInnen eine besondere Zielgruppe, die politisch in der gegenwärtigen Krise bisher noch kaum beachtet wurde. Dabei hat sich deren Arbeitslosigkeitsrisiko im Vergleich zu früheren Rezessionen sogar noch erhöht. Weil die Deckungsgrade der Pensionskassen gesunken sind, ist weniger Spielraum für Frühpensionierungen vorhanden. Die Firmen drängen die Betroffenen deshalb regelmässig zur Arbeitslosenversicherung, wo sie Taggelder bis zur Aussteuerung beziehen.
Die von den Bürgerlichen geplante Erhöhung der Frauenrentenalters in der laufenden AHV-Revision ohne ein sozial flexibles Rentenalter geht deshalb in die völlig falsche Richtung. Im Gegenteil wäre endlich eine Flexibilisierung gegen unten für tiefe und mittlere Einkommen angezeigt - nicht nur, aber auch als Antwort auf die Krise.