Stärkeres BIP-Wachstum, aber nicht mehr Arbeitsplätze - Mehrbelastung für die bestehenden Belegschaften
Gemäss den Schätzungen des Bundes soll das Bruttoinlandprodukt im vergangenen Jahr um rund 1.5 Prozent gewachsen sein. Doch auf dem Arbeitsmarkt ist davon noch wenig zu sehen.
Im Gegenteil: Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 kommen die Beschäftigtenzahlen nicht mehr vom Fleck. Gemessen in Vollzeitäquivalenten pendelt die Zahl der Beschäftigten seither in der Grössenordnung von 3.84 Millionen (saisonbereinigt). Im Jahresmittel resultierte 2016 gegenüber dem Vorjahr sogar ein Rückgang von 0.1 Prozent.
In der wechselkurssensitiven Industrie ist die Beschäftigung anhaltend rückläufig. Dazu kommen spezifische Branchenentwicklungen im Bereich der Medien. In nur zwei Jahren ist fast jeder zehnte Arbeitsplatz verschwunden (-9.2 Prozent). Im Bankensektor (Wegfall des Bankgeheimnisses u.a.) gibt es trotz einem Zuwachs der Stellen im Bereich Compliance etc. 2.3 Prozent weniger Arbeitsplätze.
Die BFS-Indikatoren der Beschäftigungsaussichten zeigen leider keine echte Trendwende an. Sie stiegen nur minimal (4. Quartal 2016 gegenüber Vorjahr +0.4 Prozent). Nach Branchen gibt es ein unterschiedliches Bild. Weiterhin abwärtsgerichtet sind die Erwartungen beispielsweise in der Uhrenindustrie und im Finanzsektor.
Wenn das BIP mit rund 1.5 Prozent wächst, die Beschäftigung aber leicht zurückgeht, ergibt das ein Wachstum der Arbeitsproduktivität von rund 1.5 Prozent. Die Investitionstätigkeit ist nach wie vor eher schwach. Das Produktivitätswachstum wird daher vor allem die Folge einer stärkeren Arbeitsbelastung der bestehenden Belegschaften sein.